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alva coleur – veganes Rouge im Praxistest

Als ich neulich meine Morgenroutine im Rahmen der Glossy Box Blogparade im Mai vorgestellt habe, habe ich diesen Beitrag ja genutzt, um alles auch einmal auf den Prüfstand zu stellen.

Ich versuche ja seit einiger Zeit, auf Naturkosmetik oder gar auf natürliche Produkte wie Öle umzusteigen – zeitgleich schminke ich mich natürlich im Vergleich zu früher mehr, um eben „vintage“ auszusehen. Als ich angefangen habe, mich urplötzlich wieder zu schminken, bin ich spontan samstags kurz vor Ladenschluss in den nächsten Rossmann und habe mir dort alles was ich brauchte meist von den Eigenmarken in den Korb geladen – Tendenz lag dabei eher zu der Naturkosmetiklinie Alterra und ich hatte vorher ziemlich genau recherchiert, was vegan ist und was nicht, allerdings war eben nicht alles an diesem Nachmittag erhältlich – und so habe ich den Überblick verloren und einige der gewählten Alternativen waren dann eben nicht ganz vegan – und eben auch nicht immer Naturkosmetik.

Ich finde es sehr toll, dass jetzt durch Apps etc. schnell herausgefunden werden kann, ob ein Produkt vegan ist oder nicht, allerdings hilft mir in dem Dschungel an chemischen Fachausdrücken die Aussage „nicht vegan“ manchmal nicht weiter – denn es kann sein, dass ein Produkt eben mal nur nicht vegan ist, weil Bienenwachs/ Honig enthalten ist – wenn ich das Produkt dringend zur Überbrückung benötige, bis es sich wieder lohnt, online richtige vegane Sachen zu bestellen (ich bestelle nun ungern für einen einzelnen Lippenstift, Mascara oder was auch immer online), dann würde ich Bienenwachs mal in Kauf nehmen. Das ist meine Entscheidung, per Definition ist aber Bienenwachs eben nicht vegan. Hierzu schreibe ich bald mal mehr in einem separaten Artikel zum Thema vegane Kosmetik.

In jener Blogparade vom Mai habe ich ja einige Produkte ausfindig gemacht, die ich definitiv ersetzen wollte. Meine beiden bisherigen Rougesorten (die eben so ein „Notkauf“ waren), gehörten definitiv dazu, weil sie eben nicht vegan sind. Ich hatte sie deshalb ja auch gar nicht gezeigt, sondern nur erwähnt, dass ich eben ein wenig Rouge nehme. Wie wenig, seht ihr daran, dass nach über einem Jahr später noch was im Tiegel ist.

Bisher habe ich das alterra rouge in der Farbe 08 peachy genutzt. Das Produkte enthält leider Carmin (CI 75470) und ist daher nicht vegan. Allerdings ist es bisher mein favorisiertes Rouge, weil es zwar ein gepresster Puder ist, der sich aber trotzdem leicht auftragen und gut verblenden lässt.

Als ich mir dann die Haare wieder rot gefärbt habe, mochte ich auf einmal lieber Rosatöne zu meiner Haut – eigentlich stehen die mir glaube ich sowieso besser, aber Rosa und ich ist die lange Geschichte einer „Hassliebe“ und manchmal mochte ich in der Vergangenheit kein Rosa tragen, egal, wie viel besser das gerade ausgesehen hätte. Lange Rede, kurzer Sinn, ich nahm das essence matt touch blush in der Farbe 20 berry me up! mit – in der leisen Hoffnung, einfach bei so günstiger Schminke genau so ein Glück zu haben wie mit meinem roten Lippenstift der Marke essence (kein Carmin enthalten, dieser Farbstoff hat nämlich auch seinen Preis und wird in ganz günstiger Kosmetik daher oftmals nicht verwendet). In diesem Produkt ist auch tatsächlich kein Inhaltsstoff enthalten, der direkt nicht vegan wäre – allerdings sind 2 Stoffe dabei, die sowohl aus tierischen als auch aus pflanzlichen Quellen stammen können. Weder bei DM noch bei Codecheck ist daher eine klare Aussage darüber zu finden.

Da ich so lange brauche, eine Rougepackung aufzubrauchen, kann ich also jetzt bequem schonmal auf die Suche nach einer veganen Naturkosmetikalternative zu gehen. Ich habe einige Sachen gefunden, vieles davon war Mineral Rouge, dass in loser Puderform kommt – da habe ich mich (noch) nicht ran getraut. Grund dafür war, dass ich einfach die Farbgebung in den Onlineshops nicht wirklich abschätzen kann – selbst die hellen Nuancen sehen viel farbkräftiger aus als meine bevorzugten Farben bisher. Außerdem mag ich keine „glänzenden“ Partikel in meinem Rouge haben – auch das sieht man aber auf den zugegebener Maßen dekorativen Fotos der Onlineshops leider nicht richtig.

alva Naturkosmetik, alva coleur Baked Rouge erhältlich in 02 Shiny Pink oder 03 Shiny Brown, 9g für 15,90€ UVP

Ich bin jetzt auf ein veganes Rouge der Firma alva Naturkosmetik gestoßen. Die Linie alva coleur setzt statt Carmin in ihren Produkten einen Farbstoff aus rote Beete ein. Daneben wird auf Talk verzichtet (wobei ich den ganzen Wirbel um Talk für übertrieben halte). Puder und Rouge der Linie sind gebacken, nicht gepresst – dies soll für eine seidig-pudrige Konsistenz sorgen.

Bestellt habe ich mir die Nuance 01 Shiny Rose – darunter habe ich einen soften Roseton erwartet. Das Wort Shiny machte mir anfangs etwas Angst, denn gerade in meinem alterra rouge waren mir bisher zuviele Schimmerpartikel. Schimmern tut das Rouge aber auf keinen Fall. Erstaunt war ich auch bei der Menge – während in meinen anderen Rougenäpfchen immer so 4-5g enthalten waren, bekommt man bei alva für 15,90€ (UVP) ganze 9g Rouge.

Allerdings ist der Farbton gar nicht wie erwartet – ich finde ihn eher in Richtung dunkeles Pfirsich, also eher ein warmer Farbton, bei Rose hatte ich ein kühleren Farbton erwartet. Trotzdem gefällt er mir auf meinen Wangen recht gut. Anscheinend habe ich da aber auch wieder eine „Auslauffarbe“ erwischt beim bestellen (ich habe über amazon.de bestellt), auf der offiziellen alva– Seite gibt es das Rouge nur noch in 02 Shiny Pink und 03 Shiny Brown. Alles in allem gefällt mir die Farbe an mir aber gut.

Die Konsistenz – das versprochene „seidig-pudrig“ ist nicht das Wort, dass mir zur Beschreibung einfallen möchte. Im Vergleich zum alva Rouge ist nämlich das Alterra viel feiner und pudriger. Zudem ist das alva Rouge recht hoch pigmentiert und ja dunkler, als erwartet – so dass ich sehr aufpassen muss, mein helles Gesicht nicht in ein Puppengesicht mit kreisrunden Rougeflecken zu verwandeln. Einmal aufgetragen, bleibt es dort, wo man es zuerst aufgebracht hat – Verblenden ist daher recht schwer. Anfangs hatte ich nicht so viel Übung und Gefühl, wie viel Farbe ich aufnehmen muss, so dass ich hinter immer nochmals mit einem großen Puderpinsel verreiben musste. Alva schlägt vor, dass man die Oberfläche eines gebackenen Rouges erst durch starkes Reiben mit dem Pinsel aufbrechen müsste, um die genannte Koinsistenz zu erreichen. Ich bin mir also nicht sicher, ob ich stark genug reibe, denke aber schon, denn a) sieht das was auf meinem Pinsel ist, fein und gleichmäßig aus und b) an der Stelle, an der ich abgetragen habe liegt auch auf dem Rouge eine feine Puderschicht. Nur eben beim Auftragen färbt es mehr (was denke ich an der Pigmentierung liegt) als meine anderen beiden Rougesorten. Auch fänd ich das stärkere Reiben schwierig, da das Rouge schon sehr tief in der Palette liegt, was die Bewegung des Pinsels stark einschränkt.

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alva Rouge in 01 Shiny Rose (vor dem Foto hätte ich aber auch an meine Wimpern denken können 😆

Ich weiß nicht, ob es mein Gefühl durch die oben beschriebenen Probleme beim Autragen ist, aber ich habe auf den Wangenknochen ein „zugekleistertes“ Gefühl. Allerdings spiegelt sich das nicht im Hautbild wieder, keine verstopften Poren dort, wo ich das Rouge auftrage. Daher denke ich, es ist ein Hirngespinst von mir durch die andere Konsistenz des Produktes.

Zur Verpackung – die finde ich super, bzw. den Ansatz. alva stellt nach eigenen Angaben die Verpackungen weites gehend auf recycelte Pappe/Papier um – ein Punkt, den ich ja immer bemängelt habe, da alle meine bisherigen Produkte in Wegwerfverpackungen aus Kunststoff daherkommen. Dabei geht alva allerdings meiner Meinung nach etwas ungünstig vor.

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Screenshot von alva.de

Auf der offiziellen alva Seite werden die Produkte noch in den alten Verpackungen aus Kunststoff gezeigt. Die Rouges waren früher in Kunststoffverpackungen mit kleinem integrierten Spiegel und kleinem Pinsel (ok, braucht man in der Regel nur unterwegs, zu Hause nimmt man ja doch eher den eigenen). Die neue Verpackung ist aus einer sehr stabilen Wellpappenkonstruktion – allerdings ohne Spiegel. Es findet sich zwar ein Hinweis zum Designwechsel auf der Seite, ich kann aber sehr gut verstehen, dass die Erwartungshaltung eine andere ist, wenn man die alte Verpackung sieht zu dem, was man jetzt im Endeffekt bekommt. alva wird sich hierzu sicherlich Gedanken gemacht haben, vielleicht sagt die Marktforschung auch, dass Menschen, die Naturkosmetik bevorzugen auch diesen Nachhaltigkeitsaspekt ohne Wenn und Aber unterstützen.

Ich denke aber, es schreckt Leute ab, die eher „herkömmliche“ Kosmetik verwenden, es dochmal mit Naturkosmetik zu versuchen. Ich wünsche mir ja wieder ein „Paletten“ System bei den Herstellern, ähnlich wie die magnetischen Boxen bei artdeco oder die Nachfüller, die es früher bei The Body Shop gab (vor 20 Jahren, wie mir gerade auffällt ;)). Vielleicht mag alva ja hier nochmal nachbessern – ich wäre auch bereit, beim ersten Kauf ein wenig mehr zu zahlen und dann den o.g. Preis für die Nachfüller im Pappmantel.

Und nun die Frage – ist Naturkosmetik besser als Naturkosmetik aus der Drogerie oder aber günstige Kosmetik. Hierfür habe ich Codecheck zu Rate gezogen – da hier aber auch Verbraucher frei die Einträge abändern/ kommentieren können, ist diese App immer etwas mit Vorsicht zu genießen – aber man kann natürlich die Verpackungsangaben mit den Codecheckdaten vergleichen und bekommt vor allem eine Erklärung der chemischen Schlüssel auf der Packung. Wie zu erwarten enthält das essence hier die meisten „schlechten“ Stoffe, unter anderem 2, die irritierend auf die Haut wirken können und eben einen Stoff, der Palmöl enthält. Das alterra Rouge enthält neben Palmöl Talk (steht im Verdacht, krebserregend zu sein, was sich aber in den letzten Jahren als vermutlich falsch herausgestellt hat). Das alva Rouge hingegen enthält kein Palmöl (deutliches Plus!), enthält aber wiederum 2 Farbstoffe, die Chrom enthalten. Wie würde ein Kollege von mir jetzt sagen „Einen Tod muss man sterben“? Es ist echt verdammt schwierig. Alles in allem finde ich aber nicht so schlimme Berichte über Chrom wie über Talk – also, eine Frage des Bauchgefühls.

 

Screenshots von Codecheck

Alles in allem lautet mein Fazit – ein super Produkt, was Preis-Leistung angeht, an die Konsistenz muss ich mich entweder noch gewöhnen – oder aber finde eine, die besser zu mir passt. Allerdings bin ich nach diesem Test neugierig auf die Lippenstifte und den Kompaktpuder von alva – die ebenfalls einen attraktiven Preis und eine nachhaltige Verpackung haben sollen. Hier wird es in Zukunft bestimmt noch etwas zur Firma alva zu lesen geben.

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